Mittwoch, 12. April 2023

Soll keiner behaupten dieser Blog sei tot!

 So,

weiter mit den wöchentlichen Neuigkeiten. Soll keiner sagen, ich wäre nicht verlässlich und dieser Blog würde nicht regelmäßig gepflegt werden! 


Gestern habe ich meine erste Übung in Astrofotografie erfolgreich absolviert. Idee war, mich mit Image Stacking, im Beispiel mit dem Deep Sky Stacker zu beschäftigen und dafür war ich gestern mit der Kamera in der Nähe unterwegs, um mehrere Bilder zu machen. Die ersten 500 Bilder habe ich aus dem Küchenfenster geschossen, wobei ich dabei bei meiner Kamera in der falschen Auflösung fotografiert hatte (habe eine Taste an meiner DSLM mit der Funktion belegt, in den APS-C Crop zu wechseln und mir ist entgangen, dass dieser aktiv war). Nachdem ich dann die Schwarzbilder und andere Messbilder für das Herausrechnen von Bildfehlern im normalen Modus geschossen hatte musste ich dann mit Bestürzen feststellen, dass ich diese Bilder logischerweise nicht stacken kann, wenn sie unterschiedlich groß sind.  Irgendwie auch logisch. Die Bedingungen in der Küche waren allerdings auch suboptimal, es gab zu der Stunde noch einige Wolken und so entschloss ich mich, auf einen Hügel in der Nähe zu kraxeln und dort nochmal alles neu zu machen. Besserer Bildausschnitt, spätere Nacht mit besserer und klarer Sicht, weniger Wolken.

Das Setup..


...und meine Wenigkeit.

Also ging es los. Geschossen wurden von einer Konstellation (von der ich immer noch nicht genau weiß, welche es denn genau war) 900 Bilder. Intervallmodus an, Serien von 50 Bildern bei Blende 70mm f2.8 ISO 3200, 1 Sekunde Belichtung. Jedes mal die Kamera nachjustieren. Gesamtzeit ca. 90min; die Zeit vertröstete ich mir mit aufgeregt sein, Gummibärchen und einer Hopfenkaltschalte.

Im Anschluss mussten dann noch Referenzbilder gemacht werden, 50x mit Deckel bei gleichen Einstellungen, 75x mit Deckel und der kürzesten Verschlusszeit, und durch mangelndes Equipment machte ich die 50 benötigten Lichtbilder dann wieder im heimischen Schlafzimmer am (d.h. vors Objektiv weißen Stoff spannen und das ganze an den Bildschirm drücken, auf welchem ein weißer Hintergrund den Stoff gleichmäßig beleuchtet und somit Vignettierung etc. rausgerechnet werden können).

Kleines Abschlussselfie, gar nicht so leicht, über 3 Sekunden Beamter zu spielen

Danach ging es dann ans Eingemachte. Der eigentliche Stackingprozess.
Die Gesamtzahl der Bilder wurde dann mittels Deep Sky Stacker verarbeitet und übereinandergelegt, die Rotation die durchaus sichtbar im Verlauf der einzelnen Bilder zu sehen ist wird dabei auch rausgerechnet und die Bilder entsprechend um wenige ° gedreht, damit alle auch wirklich alle Sterne übereinander liegen.

Ein einzelnes Bild der Serie, 33,4 MB groß.

Das fertig gestackte Bild, 307MB groß. Recht unspektakulär mit weniger sichtbaren Sternen.

Wenn man die Entwicklung von dem Einzelbild zum gestackten Bild sieht, möchte man denken:
'Dafür der ganze Aufwand? Was für eine Zeitverschwendung!'

HALT STOP!

So einfach ist es natürlich nicht. Es hat natürlich einen Grund, warum das fertiggestackte Bild 307MB groß ist und damit 10x größer, als ein einzelnes Bild. Dahinter finden sich ganz viel Farbinformationen, das Farmspektrum des Bildes ist gigantisch und mit einem geeigneten Fotobearbeitungsprogramm, in meinem Fall Photoshop, lassen sich diese Details dann wieder hervorheben. Das war dann die "kreative Arbeit", denn welche Farben wie dargestellt werden entscheidet letzten Endes dann der (vielleicht schlechte) Geschmack des Fotografen.

Das bearbeitete Ergebnis.

Und so schaut das vorläufige Endergebnis also aus. Es sind viel mehr Sterne sichtbar, als in einem einzelnen Foto und erst Recht als mit bloßen Auge zu erkennen ist. Das Ergebnis ist jetzt weder das schärfste, noch das spektakulärste, aber darum sollte es hierbei auch gar nicht gehen. Sondern mir ging es letzten Endes um den eigentlichen Prozess der Verarbeitung und den ersten Gehversuchen in der Astrofotografie.
Wie ich das dann ohne Vorwissen so hinbekommen habe? 

youtube, Bitch!

Ich danke für die Aufmerksamkeit und ich möchte sagen, dass es mir unglaublich viel Freude bereitet hat und so konnte ich die letzte Nacht nicht vor Beendigung der Bearbeitung schlafen gehen, so dass ich es 5 Uhr ins Bett geschafft habe.

Für die Nichterfüllung regelmäßiger Updates über diesen veralteten Kanal hafte ich nicht, also ob hier in aller Regelmäßigkeit